Nordlichter fotografieren mit Handy und Kamera
Deine Kamera sieht im Nordlicht mehr Farbe als dein Auge, und schon ein aktuelles Handy holt davon erstaunlich viel heraus. Hier stehen die Einstellungen für deine erste Nacht und die Touren, die dir Stativ und Profi-Fotos gleich mitbringen.
Warum die Kamera mehr sieht als du
Ja, du kannst Nordlichter mit dem Handy fotografieren, wenn es im Nachtmodus ein paar Sekunden ruhig liegt. Mit einer Systemkamera auf dem Stativ und einigen manuellen Einstellungen werden die Bilder schärfer und rauschärmer. Auf beiden Geräten erscheint das Licht kräftiger, als du es draußen im Schnee wahrnimmst.
Das liegt an deinen Augen. Im Dunkeln arbeiten vor allem die Stäbchen der Netzhaut, und die sehen kaum Farbe. Ein schwaches Polarlicht wirkt deshalb oft wie ein grauweißer Schleier, fast wie eine helle Wolke. Der Sensor sammelt über mehrere Sekunden Licht und zeigt das Grün, das Sauerstoff in rund 120 Kilometern Höhe abgibt. Das seltenere Rot entsteht weiter oben, in etwa 250 Kilometern, und taucht auf Fotos häufiger auf als im Blick nach oben. Auch Northern Soul Adventures schreibt zu seiner Fototour, dass Kameras das Nordlicht deutlicher zeigen als das Auge.
Mit dem Handy im Nachtmodus
Aktuelle Smartphones haben einen Nachtmodus, der mehrere Sekunden belichtet und die Einzelbilder zusammenrechnet. Er springt meist von allein an, sobald es dunkel genug ist. Entscheidend ist, dass das Handy in dieser Zeit stillhält. Leg es auf einen Rucksack, einen Zaunpfosten oder eine feste Schneekante, oder nimm ein kleines Handystativ mit Klemme von zu Hause mit. Die Stative, die manche Touren verteilen, sind für Kameras gedacht, bei der Fototour steht ausdrücklich dabei, dass sie nicht für Handys passen.
Schalte den Blitz aus, er beleuchtet nur den Schnee vor deinen Füßen. Stell den Selbstauslöser auf drei Sekunden, damit dein Finger das Bild nicht verwackelt. Hat dein Handy einen Profi-Modus, kannst du dort die Belichtungszeit selbst wählen, etwa fünf bis zehn Sekunden, und den Fokus von Hand auf unendlich stellen.
Kälte leert Akkus schneller, als du denkst. Trag das Handy in einer Innentasche nah am Körper und hol es nur für die Aufnahme heraus. Eine kleine Powerbank im Anorak rettet dir die zweite Hälfte der Nacht.
Startwerte für die Kamera in der ersten Nacht
Mit einer Systemkamera oder Spiegelreflex hast du mehr Kontrolle. Die folgenden Werte sind ein Ausgangspunkt, kein Rezept. Mach ein Probebild, schau es dir vergrößert an und ändere dann eine Sache nach der anderen.
- Objektiv. So weitwinklig wie möglich, etwa 14 bis 24 Millimeter an Vollformat, und die Blende ganz offen, ideal f/2,8 oder lichtstärker.
- ISO. Beginne bei 1600 bis 3200. Ist das Bild zu dunkel, geh höher. Rauscht es zu stark, belichte lieber etwas länger.
- Belichtungszeit. Vier bis zehn Sekunden. Tanzt das Licht schnell über den Himmel, wird es kürzer, sonst verschwimmen die feinen Vorhänge zu einem grünen Brei.
- Fokus. Der Autofokus findet im Dunkeln nichts. Stell manuell auf unendlich, prüf die Schärfe an einem hellen Stern in der Vergrößerung und fixiere den Ring dann mit etwas Klebeband.
- Dateiformat und Auslöser. Fotografiere in RAW, dann kannst du Weißabgleich und Helligkeit später korrigieren. Löse per Selbstauslöser oder Fernauslöser aus und schalte den Bildstabilisator auf dem Stativ ab.
Pack Ersatzakkus ein und trag sie warm am Körper. Wenn du aus der Kälte in den warmen Bus steigst, beschlägt die Kamera. Lass sie in der Tasche, bis sie sich langsam aufgewärmt hat, statt sie sofort auszupacken.
Mond, Wolken und Vordergrund
Die Mondphase verändert deine Bilder stärker als jede Einstellung. Northern Soul Adventures beschreibt das in seinem Angebot so. Bei Neumond ist der Himmel dunkler und das Polarlicht hebt sich besser ab, bei Vollmond wird dafür die Landschaft angeleuchtet, und Berge, Bäume und Schnee bekommen Zeichnung. Plane deshalb nicht nach dem Mond, sondern nach klarem Himmel, denn gegen eine geschlossene Wolkendecke hilft keine Kamera.
Ein Foto mit nichts als grünem Himmel wird schnell beliebig. Such dir einen Vordergrund, etwa einen Bergrücken, eine Birke, das Lagerfeuer oder einen Menschen im Thermoanzug. Für ein scharfes Porträt muss die Person mehrere Sekunden lang ruhig stehen, und ein kurzes, schwaches Licht aufs Gesicht hilft. Genau das übernehmen die Guides, die Porträts im Angebot haben, mit ihrer eigenen Technik. Halte deine Stirnlampe dabei gesenkt oder schalte sie aus, denn ein Lichtkegel quer durchs Bild ruiniert die Aufnahmen aller anderen.
Welche Touren Fotos und Stative mitbringen
Fast jede Jagdtour in Tromsø schickt dir hinterher Bilder. Die Unterschiede liegen im Detail, also darin, ob ein Stativ für deine Kamera dabei ist, ob dir jemand die Technik erklärt und wann die Fotos kommen. Die Preise sind Stand Oktober 2026 und bewegen sich mit Saison und Aktionen.
| Tour | Preis ab | Fotos und Technik |
|---|---|---|
| Bus mit Wiederholungsgarantie | ~82 € | Profi-Fotos, Lieferung in 3 bis 5 Tagen, Zertifikat |
| Nordlicht-Safari (unsere Wahl) | ~87 € | Profi-Foto, Zertifikat auf Anfrage, kein Stativ |
| Minibus mit Profi-Fotos | ~122 € | Profi-Fotos und Porträts, Thermoanzug inklusive |
| Jagd ohne Zeitlimit | ~148 € | Stative, Porträts und Fotos innerhalb von 10 Stunden |
| Kleingruppe mit Stiefeln | ~148 € | Porträt vom Profifotografen, Anleitung zum Fotografieren |
| Fotografie-Tour | ~148 € | Fotoanleitung, Stative für Kameras, Stirnlampen, Fotos in Webauflösung |
Bist du nur mit dem Handy unterwegs und willst vor allem ein gutes Erinnerungsbild, reicht eine Tour mit Profi-Fotos. Die Nordlicht-Safari für ~87 € und der Bus mit Wiederholungsgarantie für ~82 € sind die günstigsten Wege dorthin. Beim Bus von Jeshua Tours hängt sogar die Garantie am Foto. Macht ihre Kamera kein klares Bild von dir mit sichtbaren Nordlichtern, darfst du nach Verfügbarkeit kostenlos wieder mitfahren.
Mehr Porträts bekommst du im Minibus von Arctic Breeze für ~122 €, dessen Guides mit 4,9 von 5 bewertet sind. Kommst du mit eigener Kamera und ohne Stativ, bist du bei der Jagd ohne Zeitlimit von Snow Travels für ~148 € gut aufgehoben, mit 4,9 von 5 aus über 1.500 Bewertungen die bestbewertete Tour unseres Vergleichs. Die Kleingruppe von Northern Horizon für ~148 € zeigt dir unterwegs, wie du selbst fotografierst, und hat Stiefel und Thermoanzug im Preis.
Fotografieren lernen unter dem Nordlicht
Die Fotografie-Tour von Northern Soul Adventures mit Anleitung, Stativen und Thermoanzug, ab ~148 € pro Person, 4,8 von 5 Sternen.
Die Fotografie-Tour von Northern Soul Adventures
Die Fotografie-Tour für ~148 € ist für alle gedacht, die ihre Kamera verstehen wollen, statt nur auf das Bild des Fotografen zu warten. Der Guide erklärt dir die Einstellungen draußen am Motiv, Stative für Kameras und Stirnlampen liegen bereit. Gegen die Kälte gibt es Thermoanzüge, Handwärmer und beheizte Einlegesohlen, dazu Suppe, Heißgetränke, Kekse und ein Lagerfeuer. Hinterher bekommst du die Profi-Fotos in Webauflösung.
Die Tour dauert rund sechs Stunden, je nach Nacht auch bis zu neun, und der Guide spricht Englisch. Mit 4,8 von 5 aus über 800 Bewertungen gehört sie zu den stärksten Angeboten in Tromsø. Für Kinder unter 8 Jahren oder unter 135 Zentimetern ist sie nicht freigegeben. Was das für deine Familie heißt, steht in unserem Ratgeber Nordlichttour mit Kindern.
Wenn der Himmel nicht mitspielt
Die Guides fahren dorthin, wo es aufklart, manchmal bis nach Finnland. Für Fotografen spielt dabei auch das Fahrzeug eine Rolle. In der kleinen Gruppe stehen weniger Stative nebeneinander und du findest leichter einen freien Platz am Ufer, im großen Bus kostet die Nacht weniger. Was dir wichtiger ist, klären wir in Großer Bus oder kleine Gruppe.
Bleibt eine Nacht ganz ohne Polarlicht, hängt viel von den Bedingungen deiner Tour ab. Manche lassen dich wieder mitfahren, eine Zusatztour erstattet sogar den Preis, wenn die Kamera nichts festhält. Die Regeln vergleichen wir in Was passiert, wenn keine Nordlichter kommen.
Welche Tour wir zum Fotografieren buchen würden
Mit eigener Kamera und wenig Lust auf Theorie würden wir die Jagd von Snow Travels nehmen, wegen der Stative, der kleinen Gruppe und der Zeit ohne Limit. Wer erst lernen will, wie die Kamera im Dunkeln funktioniert, bucht die Fototour von Northern Soul Adventures. Und wer mit dem Handy reist und vor allem ein schönes Bild von sich selbst unter grünem Himmel möchte, bekommt das bei unserer Wahl, der Nordlicht-Safari, zum kleinen Preis. Dort kannst du außerdem die Option „Tour auf Deutsch“ wählen, dann hörst du die Erklärungen des Guides in deiner Sprache.